Ecuador: Ergebnisse der EWSE2017: Energiebedarf nach Sektoren im Zeitraum 2010 - 2035
/ Ecuador - Die Energiewende
# Diagramm VI.5.2.3
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Entwicklung der Erzeugung und Bedarf an Primärer Energie in Transformation zur erneuerbaren Elektrizität im Zeitraum 2010-2035, CC-BY-NC-SA 4.0 TEOO - Stefan Golla 2017 Diagrammbeschreibungen VI.5.2.1+2+3: Im Zeitraum 2016 - 2020 werden allmählich die fossilen Ölkraftwerke (schwarz; 2,6 GW = 11,2 TWh/a) bis 2020 auf Null heruntergefahren. Gleichzeitig erzeugen die neu zugebauten Wasserkraftwerke (blau; 7,9 GW = 45,2 TWh/a) doppelt so viel Elektrizität wie 2015. Ab 2018 zuerst mit leicht exponentiellem, dann linearem und ab 2030 abflachenden Zubau kommen 4 mal mehr installierte Leistung durch WEA (rot; 11 + 1,8 GW => 59,9 + 12,5 TWh/a) und PVA (gelb; 14 + 7,7 GW => 39,8 TWh/a) hinzu. Gas-Dampf-Turbinenkraftwerke (orange; 2 GW = 11,2 TWh/a) bilden ein kleines Backup zusammen mit der Wasserkraft (blau; 5,2 GW => 31 TWh/a). Im Unterschied zu Ölkraftwerken als fossile Erzeuger, werden die Gaskraftwerke durch den Treibstoffwechsel 2. Generation zu effizienten Elektrizitätserzeugern, die auch zur Regelleistung beitragen und dabei fast klimaneutral (mit Abwärmenutzung) bis 2035 ihre Leistung verdoppeln. Im Gegensatz hierzu erreichen Wasserkraftwerke ihren Zenit um 2021 und werden dann aus zuvor genannten Gründen wieder renaturiert – um über ⅓ zurückgebaut. Außerhalb der Konkurrenz ist hier die Solarthermie (hellgelb; 17,3 GWth => 31,1 TWh/a), die zwar keine Elektrizität erzeugt, aber viel direkter und effizienter den Strombedarf für die Gebäudeklimatisierung vermeidet. Sobald die nationale Versorgung ab 2020 gedeckt ist, werden zunehmende Überschüsse produziert und es kommt zum zunehmenden Ausbau der Elektrolyse (schwarz gestrichelt) von 30,2 GW. Hier würden theoretisch rund 10 GW (~ 107 TWh/a) installierte Leistung genügen, jedoch ist die verfügbare erneuerbare Leistung vom Wetter-, Klima- und Tagesverlauf abhängig und muss die verfügbare Leistung im Netz mit der dreifachen installierten Leistung über der Grundlast abfangen. Gleichzeitig stehen diese Elektrolyseurleistung mit halber installierter Leistung (15 GW) für die Regelleistung bereit – ein Vielfaches der Wasserkraft-, Gaskraftwerke und Batteriespeicher (lila: 0,2 GW => 0,2 TWh/a), dessen Effizienzen und Speicherverluste mit berücksichtigt wurden. Trotz der ebenso weitestgehend vollständigen Ausnutzung der Potenziale für Biomasse (grün; 0,8 GW => 1,2 TWh/a + 50 % Treibstoffe) und Ozeanenergie (hellblau; 0,4 GW => 1,9 TWh/a) spielen diese Erzeugerformen aufgrund des Nachhaltigkeitsaspekts und der Nutzung als Rohstofflieferant nur eine marginale Rolle. Geothermie (braun; 1,6 GW => 11,1 TWh/a) und Flugwindanlagen (magenta; 1,8 GW => 12,5 TWh/a) haben ebenfalls nur einen verschwindenden Anteil an der gesamten installierten Leistung, sind aber durch ihren hohen JELZ in der Erzeugung von Elektrizität (und Wärme) lokal überragend – auch was deren wetterunabhängigen Robustheit und Regelbarkeit betrifft. Die scheinbare Loslösung der elektrischen Überproduktion im Zeitraum 2018 - 2024 in Diagramm VI.5.2.3 folgt neben der Netzreserve von 5 % aus dem hier noch proportional großem Verhältnis durch den Export (magenta+hellgrün; 4,6 + 2,2 TWh/a). Haushalte, öffentliche Gebäude und Gewerbe (dunkelblau) werden mit 51 TWh/a im Jahr 2031 den größten Anteil am Grundverbrauch und Grundlast (~ 7 GWel) vor dem Verkehr (hellgrün) mit 7,7 TWh/a einnehmen. Für den Wärmebedarf (rot2) privater Haushalte werden rund 28 TWh/a aus STA und GtP (zu 10 %) benötigt. Bis 2020 wird der Primärenergieverbrauch (hellblaue Linie) durch den Import von fossilen Energieträgern auf 265 TWh/a noch einmal erheblich steigen, bevor dieser mit der Effizienzsteigerung durch Umstrukturierungsmaßnahmen wieder bis auf 155 TWh/a sinkt. Dieser Primärenergieverbrauch beeinflusst dabei den Primärenergiebedarf (dunkelgrüne Linie), der mit dem Ende der Erdölförderung von 350 TWh/a zunächst auf 220 TWh/a fällt, um dann mit dem Import von Treibstoffen analog zu verlaufen. Scheinbar ist in sämtlichen Darstellungen ab dem Jahr 2030 ein leichter Rückgang der Erzeugung festzustellen, wenngleich der Ausbau der erneuerbaren Energien um 10 % des maximalen Ausbaus in der Simulation fortgeführt wird. Dies ist Ergebnis des Rückbaus der Wasserkraft, die nur teilweise kompensiert wird. Teil der Simulation ist nicht eine Lastanalyse, woraus sich die Auslastung der Kraftwerke und Netze untereinander ableiten lässt – hieraus könnte man im Detail den Rückbau von Kraftwerken besser vorhersagen.